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Filmvortrag und Podiumsdiskussion zum Athens Pride 2007

In diesem Zusammenhang haben der Lesben- und Schwulenverband in Athen, OLKE (www.olke.org), ERMIS, VIAD im LSVD und die LSVD Beratungsstelle für MigrantInnen im Ortsverband Köln e.V. (www.koeln.lsvd.de) eine Kooperation für eine deutsch-griechische Aktion in Athen und Köln ins Leben gerufen. Es wird Solidarität eingefordert, damit die LGBT- Organisationen in Athen und in Griechenland generell stark werden, und somit ihrerseits politische Impulse an die Balkan- und Nachbarstaaten (Serbien, Albanien, Bulgarien und die Türkei) weitergeben. Diese Ausstrahlungskraft ist auch einer der Vorteile des "Standortes" Athen in Europa. Die griechische Politik hat es geschafft, über all die Jahre nach außen hin ein Bild des politischen Systems zu erzeugen, das dem eines mit vollen Bürgerrechten ausgestatteten demokratischen Rechtsstaates entspricht.

Jedoch ist dies nie der Fall gewesen, weder im Bereich der Migrationspolitik noch im Bereich der Minderheitenpolitik. Zudem werden Andersgläubige immer noch stark von der orthodoxen Kirche bevormundet und an der Ausübung ihrer religiösen Freiheiten gehindert. Nichtstaatliche Organisationen erhalten keinerlei finanzielle Unterstützung, was ihre Arbeit erheblich erschwert. Einige rechtsradikale Bewegungen versuchen gezielt, die Arbeit solcher Organisationen zu behindern, indem sie ihre Mitglieder mit Flugblättern wie "Pusti ekso apo tin Athina" (Schwule raus aus Athen) und "i Athina ine eliniki" (Athen bleibt griechisch) einzuschüchtern versuchen. Die Aktionen dieser Gruppierungen tragen dazu bei, Unsicherheit bei den Teilnehmerinnen auszulösen und somit die Bereitschaft zur Teilnahme zu mindern. Die größte Herausforderung aber ist die mediale Ignoranz seitens der Fernsehsender. Das Ziel besteht darin, in diesen Medien mehr Aufmerksamkeit für unser Thema zu erzeugen. Es ist nicht zuletzt die Ignoranz der Politik, die unsere Anstrengungen verpuffen lässt. Eine starke mediale Präsenz fordert die Verantwortlichen zum Handeln auf. Griechenland ist immer noch weit davon entfernt, die Öffnung hin zu einer pluralistischen Gesellschaft zu diskutieren. Beim näheren Hinsehen würde Griechenland in manchen Fällen die Beitrittskriterien der EU selbst nicht erfüllen.

Hierz möchten wir Sie zu einem Filmvortrag zum Athens Pride 2007 und zu einer anschließenden Podiumsdiskussion über die Erfahrungen und die aktuelle politische Situation in Griechenland einladen.

Wo: Großer Saal im Gemeindeamt Antoniterkirche, Antoniterstraße 14, 50667 Köln
Wann: 29. September 2007, 12-14 Uhr
Moderator: Fabian Spies, LSVD
Teilnehmer: Dimitris Tsamprounis, ekprosopos Athens Pride berichtet über die Arbeit des Athens Pride
  Maria Bogdanou, Integrationsrat der Stadt Köln berichtet über die Situation von Lesben in Griechenland
  Nikolaos Delveroudis, ERMIS Köln/NRW berichtet über die "Retrospektive des Athens Pride 2007 und Perspektiven für den Athens Pride 2008"