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ERMIS/VIAD im LSVD & OLKE - Eine deutsch-griechische Aktion zum Athenspride 2007

Das Jahr 2007 ist vom Europäischen Parlament als das "Europäische Jahr der Chancengleichheit für alle - Beitrag zu einer gerechten Gesellschaft" ausgerufen worden. In diesem Zusammenhang haben der Lesben und Schwulenverband in Athen, OLKE (www.olke.org), ERMIS und der Verein VIAD e.V. im LSVD (www.lsvd.de) eine Kooperation für eine deutsch-griechische Aktion in Athen angeregt.

Geplant ist eine Tagung in Athen mit Reden und Podiumsdiskussion unter dem Motto: "Chancengleichheit Europaweit - Gleiche Bürgerrechte für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Tragender überall in Europa." Damit soll zugleich der erst zum dritten Mal stattfindende Athener CSD am 23 Juni 2007 unterstützt werden.

Es wird gemeinsam über: "Bürgerrechte für Lesben, Schwule, bisexuelle Frauen und Männer und Transgender in Europa, über ein Antidiskriminierungsgesetz sowie die Lebenspartnerschaft" diskutiert. Diese Tagung findet zeitgleich mit dem Athener CSD statt, um die politischen Anliegen des dortigen CSD zu unterstreichen. Das Athener Goethe Institut und die Deutsche Botschaft in Athen werden hier mitwirken. Zu der Tagung sind alle LGBT-Organisationen und Gruppen Griechenlands sowie Politikerinnen und Politiker aller Parteien eingeladen.

Die Präsenz einer offiziellen politischen Delegation aus Deutschland in Athen können die Politikerinnen (zumindest die der Stadt Athen) und die Polizeibehörde nicht so ohne weiteres ignorieren. Sie müssen sich auf irgendeine Weise mit dem Thema beschäftigen. Eine sichtbare Solidarität kann dazu beitragen, dass wir ein stärkeres Profil erhalten, wodurch unsere politischen Forderungen besser wahrgenommen werden.

Es wird Solidarität eingefordert, damit die LGBT-Organisationen in Athen und in Griechenland generell stark werden, und somit ihrerseits politische Impulse an die Balkannachbarstaaten (Serbien, Albanien, Bulgarien und die Türkei) weitergeben. Diese Ausstrahlungskraft ist auch einer der Vorteile des "Standortes" Athen in Europa.

Die griechische Politik hat es geschafft, über all die Jahre nach außen hin ein Bild des politischen Systems zu erzeugen, das dem eines mit vollen Bürgerrechten ausgestatteten demokratischen Rechtsstaates entspricht. Jedoch ist dies nie der Fall gewesen, weder im Bereich der Migrationspolitik noch im Bereich der Minderheitenpolitik. Zudem werden Andersgläubige immer noch stark von der orthodoxen Kirche bevormundet und an der Ausübung ihrer religiösen Freiheiten gehindert.

Nichtstaatliche Organisationen erhalten keinerlei finanzielle Unterstützung, was ihre Arbeit erheblich erschwert. Einige rechtsradikale Bewegungen versuchen gezielt, die Arbeit solcher Organisationen zu behindern, indem sie ihre Mitglieder mit Flugblättern wie "Pusti ekso apo tin Athina" (Schwule raus aus Athen) und "i Athina ine eliniki" (Athen bleibt griechisch) oder "i athina den tha gini Mykonos" einzuschüchtern versuchen. Die Aktionen dieser Gruppierungen tragen dazu bei, Unsicherheit bei den Teilnehmerinnen auszulösen und somit die Bereitschaft zur Teilnahme zu mindern.

Die größte Herausforderung aber ist die mediale Ignoranz seitens der Fernsehstationen. Hier kann so eine Tagung, bei der unter anderem z.B. der Vorsitzende der SYN-Partei spricht, helfen, auch in diesen Medien mehr Aufmerksamkeit für dieses Thema zu erzeugen. Es ist nicht zuletzt die Ignoranz der Politik, die unsere Anstrengungen verpuffen lässt. Eine starke mediale Präsenz fordert die Verantwortlichen zum Handeln auf. Griechenland ist immer noch weit davon entfernt, die Öffnung hin zu einer pluralistischen Gesellschaft zu diskutieren. Beim näheren Hinsehen würde Griechenlang in manchen Fällen die Beitrittskriterien der EU selbst nicht erfüllen.

Kyriakos Karapetros OLKE e.V.Vorstand

Nikos Delveroudis VIAD e.V.Vorstand

Verein für interkulturelle, Antidiskriminierungs-, Antigewalt- und
Sozialarbeit für Lesben und Schwule in NRW e.V.
Integrationsförderung LGBT Migranten

Ein Auszug aus der Erklärung über die Ziele des "Europäischen Jahres der Chancengleichheit":

" Das Europäische Jahr der Chancengleichheit für alle hat das Ziel, die Bürger für den Wert einer gerechten, durch Zusammenhalt geprägten Gesellschaft zu sensibilisieren. Im Rahmen des Jahres sollen Sensibilisierungsmaßnahmen durchgeführt werden, um gegen diskriminierende Einstellungen und Verhaltensweisen anzugehen und die Menschen über ihre Rechte und Pflichten aufzuklären. Das Jahr basiert auf einem breit gefächerten Ansatz der Nichtdiskriminierung, der die korrekte und einheitliche Anwendung des EU-Rechtsrahmens in ganz Europa gewährleisten soll - durch Betonung der zugrunde liegenden zentralen Konzepte und durch Gewinnung der aktiven Unterstützung der Öffentlichkeit für Rechtsvorschriften gegen Diskriminierung und zugunsten der Gleichbehandlung."